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Nachbarn und Hofbesitzer in
Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert

Groß Zünder

               
GrZ 01 GrZ 02 GrZ 03 GrZ 04 GrZ 05 GrZ 06 GrZ 07 GrZ 08 GrZ 09 GrZ 10
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GrZ 1648

GrZ And

GrZ Pfarrer

GrZ Lehrer

Klein Zünder

               
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KlZ Hancke 1619

KlZ 1648

KlZ And

   

KlZ Lehrer

Prediger und Pfarrer in Groß Zünder
erstellt in Kooperation mit Peter Sarpei

aktualisiert 07/2019
  

Übersicht

Katholische Prediger

Protestantische Prediger

 

Abkürzungen:

Kirchenbuch (Kb)

* - Geburt / Taufe
Kb-Eintrag liegt vor

† - Tod
Kb-Eintrag liegt vor

∞ - Heirat
Kb-Eintrag liegt vor

ca. * / ∞ / †
Datum
errechnet / geschätzt

Orte
GrZ - Groß Zünder
KlZ - Klein Zünder

Währung
Rt - Reichstaler
Gr - Groschen
Pf - Pfennig

Sonstige:
Hfb: Hofbesitzer

Braune Schrift: Ergänzungen / Bemerkungen RMG

Unterstrichen = Link

 

  • Emil Otto Dietrich
    ordiniert 31.07.1900, (Q: Deutsches kirchliches Adressbuch 2. Ausgabe, 1929), Pfarrer von 1926 - 1934, Superintendent,
    vorher Pfarrer in Bohnsack und in Güttland (Q: Staatshandbuch der Freien Stadt Danzig, Ausgabe 1926)
    * Beisleiden, Kreis Preußisch Eylau, Ostpreußen 25.11.1873
    † 09.05.1934 im Marienkrankenhaus in Danzig, Beerdigung in GrZ am 13.05.1934
    Eltern: Rudolf August Dietrich, Volksschullehrer, & Henriette Schultz, beide verstorben vor 1934, zuletzt wohnhaft in Bartenstein, Ostpreußen

    Bohnsack 22.04.1903 mit Anna Ottilie Jakobine Käthe Barkowski
    * Preußisch Friedland ca. 1874
    Eltern: Alexander Barkowski, Superintendent in Preußisch Friedland, & Anna Kleist (Alexander Barkowski: Preußisch Friedland von 1354 - 1904. Zur Feier des 550jährigen Bestehens der Stadt Preußisch Friedland, sowie 350jährigen Bestehens der evangelischen Kirchengemeinde, Preußisch Friedland 1904)

    ? Kinder, davon >5 Jahre: mindestens 1
    1) Helena Lotte Elisabeth Christel, * Bohnsack 05.01.1907
        1934 Gewerbelehrerin, ∞ GrZ 15.07.1934 mit Konrad Hermann
        Schmidt, Gewerbelehrer, * Ermsleben, Kr. Maasfeld, Posen
        * ca. 29.12.1897 (?)

Danziger Allgemeine Zeitung vom 21.05.1926

Danziger Allgemeine Zeitung vom 28.04.1928

1927/28 Adressbuch: Groß Zünder: Dietrich, Otto, Pfarrer

Aus der Kirchenchronik: Lebenslauf des Pfarrers Dietrich
"Am 25 November 1873 bin ich, Emil Otto Dietrich, in Beisleiden, Kreis Pr. Eylau, in Ostpreußen als ältester Sohn des Volksschullehrers Rudolf Dietrich geboren. Meine Schulbildung erhielt ich auf dem Gymnasium zu Bartenstein, Ostpr., das ich Ostern 1893 verließ, um in Koenigsberg Theologie zu studieren. Ich habe nur in Koenigsberg studiert. Meine Lehrer waren Grau, Schäder, Jacoby, Dörner der Jüngere, Kühl, Beurath, Cornill. Während meiner Studierzeit habe ich im II u. III Semester meiner einj. militärischen Dienstpflicht genügt und im V Semester meine beiden milit. Übungen mit Erfolg absolviert. Herbst 1897 bestand ich in Königsberg das I Theol. Examen. Zum II Examen ging ich nach Danzig, da ich mich inzwischen mit der Tochter des Superintendenten Barkowski in Pr. Friedland Westpr verlobt hatte, und bestand es im März 1899. Vom 1 April 1899 bis Ende Juli 1990, also 1 1/4 Jahre war ich Leiter der Städt.-Privat-Knaben-Schule in Labiau Ostpr, bis Obertertia einst. XXX??? Vorbereitungsanstalt für das Gymnasium, die von den Stadtvätern eingerichtet worden war. Am 31 Juli 1900 wurde ich in St. Marien in Danzig durch den damaligen Generalsuperintendenten Döblin unter Assistenz des Stadtsuperintendenten Reinhard ordiniert und zwar als persönlicher Hilfsprediger für den ??? Pfarrer Ernst Radtke in Bohnsack, dem man in 3 Operationen den Kehlkopf herausgeschnitten hatte, so daß er nur noch ganz undeutlich flüstern konnte. Bei dem von schweren Schmerzen geplagten, mürrischen, mißtrauischen Mann habe ich eine sehr schwere Lehrzeit durchgemacht, aber ich habe bei ihm viel gelernt, weniger, weil er sich liebevoll meiner Fortbildung annahm, als vielmehr dadurch, daß er mich statt mit ..."

Rechts: Danziger Allgemeine Zeitung vom 12.05.1934

Kb GrZ : Sterberegister 2/1934:
"Otto Emil DIETRICH, Superintendent des Kirchenkreises Danziger Werder und Pfarrer der Gemeinden Gr. Zünder u. Letzkau, geb. am 24.11.73 in Beisleiden, Kr. Pr. Eylau, Ostpr., evgl., ist am 9. Mai 1934 im Marienkrankenhaus zu Danzig verstorben. Eine Herzerkrankung warf ihn auf ein kurzes aber schweres Sterbenslager, bis er am Vorabend des Himmelfahrttages sanft entschlief.

Die Überführung erfolgte am 11. Mai. Die ?????feier in der hiesigen Kirche nahm Pfarrer Horn - Wotzlaff vor. Bei der Beerdigung am Sonntag Exandi d. 13. Mai 34 sprachen in der Kirche Pfarrer Horn von Altar und Kanzel, dann Herr Bischof Beermann - Danzig vom Altar aus; am Grab sprachen Pfarrer Löffler - Danzig u. anschließend 25 anwesende Pfarrer in votum.

Die große Beteiligung und Teilnahme zeugte von der Liebe, die der Verstorbene sich in 34-jähriger Tätigkeit in den Gemeinden Bohnsack, Güttland, Gr. Zünder, Letzkau u. auch als Superintendent im ganzen Kirchenkreise erworben hatte."

DAZ 14.05.1934

DAZ 12.05.1934

Aus der Kirchenchronik, geschrieben von Käthe Dietrich, geb. Barkowski, nach dem Tod ihres Ehemannes Emil Otto Dietrich:
"Fortsetzung der Chronik. Letzte Aufzeichnung am 12.7.1931
Am 9. Mai 1934 abends 7 ½ Uhr ist im Krankenhaus in Danzig mein lieber Mann, der Superintendent Otto Dietrich, Pfarrer von Gr. Zünder und Letzkau verstorben. ...
Frau Käthe Dietrich, geb. Barkowski, Gr. Zünder den 18. Sept. 1934

  • Heinz Decker
    Pfarrer von 1936 - 1939
    ordiniert 30.05.1935 (Q: Deutsches kirchliches Adressbuch,
    3.
    Ausgabe, 1937)
    * Fürstenwerder 26.04.1909
    † Hamburg 10.12.1999
    Eltern: Hermann Decker, * Sampohl, Kr. Schlochau, Pommern, 20.02.1878, 1945 Hauptlehrer in Ruhestand in Danzig,
    ∞ Schöneberg a.d.W. 04.10.1904 mit
    Minna Aline Klein, * Schöneberg a.d.W. 01.02.1884
    Ihre weiteren Kinder: Martha, * Fürstenwerder 20.06.1906; Hermann, * Fürstenwerder
    09.06.1911, gefallen 31.08.1943 in Smolensk, Russland;
    Elfriede, * 09.07.1913

    Marienwerder 22.03.1944 mit Erika Pestke

    rechts: HOK DZG GrZ 0070

Familienblatt der Familie Hermann Decker in Dottingen, Kr. Münsigen, Baden Württemberg. Q: Stadtarchiv Münsingen

Die Flucht führt die Familie Decker im Jahr 1946 nach Dottingen, Kr. Münsingen. Ehefrau Erika, Volksschullehrerin, singt im bestehenden Kirchenchor Dottingen mit und übernimmt im Jahr 1948 dessen Leitung. Dieser Kirchenchor feiert am 16. Mai 1992 sein 50-jähriges Jubiläum. Anlässlich dieses Ereignisses kommt eine Festschrift heraus, die ein Grußwort des Ehepaares Decker enthält, das mit den Worten 'Ihre alten Pfarrersleute Erika und Heinz Decker' endet. Zwar können die beiden nicht persönlich an den Feierlichkeiten teilnehmen (sie sind zwischenzeitlich nach Züttlingen bei Möckmühl (im Jagsttal) verzogen), sind offenbar aber im Geiste mitten unter der Gemeinde.

In Dottingen trifft Heinz Decker auf den ehemaligen Kirchenvorsteher Wilhelm Bruno Müller vom Hof KlZ 16, der dort einige Jahre verbringt.

Lebenslauf von Pfarrer Heinz Decker lt. Landeskirchlichen Archiv Stuttgart, übermittelt per Mail in 12/2018:

1. Theologisches Examen: Herbst 1932
2. Theologisches Examen: Frühjahr 1935
Ordination: 05.06.1935
Pfarrer in Groß Zünder: 1936 - 1939
Heeresdienst: 1939 - 1945
Pfarrer in Dottingen (Dekanat Münsingen): 1950 - 1954
Pfarrer in Züttlingen (Dekanat Neuenstadt): 1954 - 1965
Pfarrer in Döttingen (Dekanat Künzelsau): 1965 - 1974
Ruhestand: 01.11.1974
verstorben: 10.12.1999 in Hamburg

  • Walter Paul Albert Kurowski
    Pfarrer von 1941 - 1945
    * Weichselmünde 27.08.1905, † Vinnhorst, Lkr. Hannover 17.02.1963
    Eltern: Georg Friedrich Kurowski, Marine-Werkführer in Weichselmünde, & Meta Elisabeth Siedler

    ∞ 14.12.1939 in ??? mit Dora Auguste Carolina Sebb
    * Weichselmünde 06.09.1909, † 04.02.2003 in ???
    Eltern: Otto Sebb, Bootsbaumeister in Weichselmünde, & Margarete Totzke

    2 Kinder, davon >5 Jahre: 2
    1) Renate Margarete, * 03.11.1940
    2) Christa Dorothea, * 23.03.1943

    1942 Telefonbuch: Evangelisches Pfarramt Groß Zünder 26

    Die letzten Einträge im Kb sind von Mitte August 1944.

HOK DZG GrZ 0338 und 0339

Lt. handschriftlichem Lebenslauf von Ende 1945:
Realschule und Oberrealschule St. Petri & Pauli in Danzig, juristisches Studium in Halle, Bonn und Königsberg, Abbruch und Studium der Thelogie in Königsberg, März 1937 1. theologisches Examen in Danzig; ein Jahr Lehrvikariat und ein Jahr Predigerseminar in Stettin; 2. Examen; im Oktober 1939 Zuweisung der vakanten Pfarrstelle in GrZ; nach der Wahl durch den Gemeindekirchenrat Einführung im Juni 1941.
Einberufung durch die Wehrmacht im August 1940, Gefangenschaft am 16.04.1945, Entlassung am 08.10.1945.

Nach dem handschriftlichem Lebenslauf:
Ab 1947 Pfarrer in Vinnhorst, Lkr. Hannover.
Seine Ehefrau und die beiden Töchter befinden sich nach der Flucht ab März 1945 im Internierungslager Skallerup-Klit, Dänemark, aus dem sie im November 1947 entlassen werden.