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Nachbarn und Hofbesitzer in
Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert

Groß Zünder

               
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KlZ 1648

KlZ And

   

KlZ Lehrer

Prediger und Pfarrer in Groß Zünder
erstellt in Kooperation mit Peter Sarpei

aktualisiert 01/2019
  

Übersicht

Katholische Prediger

Protestantische Prediger

 

Abkürzungen:

Kirchenbuch (Kb)

* - Geburt / Taufe
Kb-Eintrag liegt vor

† - Tod
Kb-Eintrag liegt vor

∞ - Heirat
Kb-Eintrag liegt vor

ca. * / ∞ / †
Datum
errechnet / geschätzt

Orte
GrZ - Groß Zünder
KlZ - Klein Zünder

Währung
Rt - Reichstaler
Gr - Groschen
Pf - Pfennig

Sonstige:
Hfb: Hofbesitzer

Braune Schrift: Ergänzungen / Bemerkungen RMG

Unterstrichen = Link

 

  • Tobias Colerus
    * ca. 1622, † 08.01.1676, begraben am 16.01.1676
    "... gewesener ??? Prediger allhier zu Groß u. Klein Zünder 18 Jahr weniger 12 Wochen, und vorhin gewesener Prediger 9 Jahr zu Lötzkau ... " (Letzkau)
    Sein Ölbild hing in der Kirche.

    In den Kb von Letzkau und GrZ ist jeweils nachträglich nach dem Namen Tobias Colerus "Noribergensis" eingefügt worden, er mithin aus Nürnberg stammt. Rhesa (1834), Nr.8, verortet Colerus auch in Nürnberg; ob auf der Basis der beiden Kb oder anderer Quellen ist unbekannt. In Nürnberger Kb erscheint der Name "Koler" häufiger.

Tobias Colerus bei Weichbrodt (1986), Tafel Köhler, Köller, Keller: Aus der Darstellung wird nicht klar, wen sie als Vater von Tobias Colerus ansieht: Der Prediger Salomon Colerus, der 1621 Susanne Weiß heiratet? Dieser ist von 1603 bis 1625 in Schönbaum tätig. Dann wäre dies der Geburtsort von Tobias Colerus. Der Feldwebel Conrad Colerus, Weichselmünde,  heiratet 1610 und bekommt anschließend Kinder, von denen der Sohn Johann 1650 in Schidlitz heiratet. Warum Conrad Colerus 1622 mitten im Krieg mit der Familie in Nürnberg sein sollte erscheint momentan begrenzt eingängig.

Katechet in Sperlingsdorf ab 1642, ab 1649 Prediger in Letzkau, von 1658 - 1676 in GrZ

Wessel (1926), S. 22 ff über die Zeit von Tobias Colerus in Sperlingsdorf: "... denn noch im Jahre 1746, seinem letzten Lebensjahre, lehnte er [Andreas Wessel, Kapellenvorsteher in Sperlingsdorf] ein Gesuch des damaligen Schulmeisters und Predigtamtskandidaten Tobias Colerus ab, der sein allerdings recht geringes Einkommen dadurch verbessern wollte, daß ein zweiter Umgang mit der Tafel in der Kapelle für ihn eingeführt werde.
In einem Bittgesuch an den Bürgermeister und Werderschen Amtsverwalter aus diesem Jahre führt Tobias Colerus aus, daß die Nachbarn nur 7 oder 8 Kinder zu ihm in die Schule schickten und ihm für jedes Kind nur einen Dreipölcher wöchentlich zahlten, dabei auch noch die Wochen lediglich nach den Tagen zusammenrechneten, an denen die Kinder in der Schule gewesen wären. Andreas Wessel und die übrigen Nachbarn erklärten dagegen bei einer bezüglichen Anhörung dem Bürgermeister gegenüber, daß der Schulmeister bei ihnen außer der Nachtafel zu guter Gebühr etwas bittlich noch nicht nachgesucht hätte. Im übrigen wäre er nicht fleißig bei der Jugend, sondern oft und viel von dieser weggegangen und hätte die Kinder sich unter einander verhören lassen. ...
...
Der Obrigkeit bleibe es trotzdem unbenommen, wegen der Schulversäumnis zu eifern und zu ahnden. Dahingegen solle auch der Schulmeister gehalten sein, die Jugend fleißig zu unterrichten, seines Dienstes treulich zu warten und nicht so viele Tage von den Kindern wegzubleiben, mit der Verwarnung, „wo darüber geklaget würde, er sein Abenteuer dafür auszustehen und der Obrigkeit Einsehen sich zu vermuten hätte. Was die begehrte Verbesserung anbelange, weil er nichts aufzulegen hätte, was ihm zu Steuer kommen möchte, möge er nochmals bittlich und gebührend bei den Nachbarn vorstellig werden, welche auch ermahnet wurden, die Gütigkeit nicht ganz aus dem Herzen zu setzen, sondern dahin bedacht zu sein, daß dennoch ihrer Kinder Schulmeister notdürftige Unterhaltung gegönnet und gereichet werde, damit er sich mit genauer Not durchbringen möge." Letzteres ist Herrn Tobias Colerus auch sicher und wie ich annehme besser als bloß notdürftig gelungen; er war später Prediger in Letzkau, weiterhin in Gr. Zünder, und bekundete sich dauernd als guter Rechner."

Praetorius (1760), S. 48, Liste der Prediger von Letzkau:

Bzgl. des "kaiserlich gekrönten Poeten" siehe Wikipedia: "Dichterkrone". Leider gibt Praetorius keine Quelle für seine Information an; Rhesa (1834) erwähnt den "Poeta laureatus" nicht. Rätselhaft ist, wer Tobias Colerus den Titel erteilt haben könnte - Danzig hat mit dem Kaiser nichts zu tun.

∞ ca. Anfang 1649 in ??? mit Cordula Maun
* ca. 1633, lt. Sterbeeintrag 23 Jahre, † Letzkau 10.08.1656 - an den Pocken, "im Ehestand gelebet 8 Jahr 29 Wochen". Dann heiratet sie im Alter von 15 bis 16 Jahren, was im Werder eher ungewöhnlich ist.

4 Kinder, davon >5 Jahre: 2
1) Cordula, * Letzkau 08.11.1649,
    ∞ 04.10.1667 mit Philippus Tautenius, ab 1660 Prediger
    zu Wossitz, ab 1670 in Wotzlaff, † Wotzlaff 26.09.1680
    Q: Kb Wotzlaff, Rhesa (1834), S. 113 und 115
2) Tobias, * Letzkau 31.08.1651, † Letzkau 12.04.1652
    Im Sterbeeintrag heißt es bzgl. des Alters "1 Tag
    und 13 1/2 Stunden". Es gibt jedoch weder einen
    anderen Sterbeeintrag für einen Tobias noch einen
    Taufeintrag für einen im April 1652 geborenen Tobias.
3) Susanna, * Letzkau 04.11.1652, † 28.08.1656 - an den
    Pocken
4) Tobias, * Letzkau 08.04.1655

∞ Danzig, St. Bartholomei, 30.07.1658 als Witwer, Eintrag GrZ, mit Christina Zwikker
* -, † -
Eltern: Salomon Zwikker, * Schadwalde, † Danzig 1658, Rector zu St. Catharinen in der Alten Stadt, & Barbara, * ca. 1598 in Danzig (?), † Käsemark 14.10.1671, Eintrag GrZ
Q: Weichbrodt (1986)

2 Kinder, davon >5 Jahre: 2
1) Johann Friedrich, * 31.03.1660
2) Nathanael, * 28.11.1662, † 29.12.1681

Christina Colerus, geb. Zwikker, heiratet nach dem Tod ihres Mannes 1676 - nicht in GrZ - einen Baunörsdorff (?). Dieser hält anlässlich der Beerdigung des Stiefsohnes Nathanael Colerus 1681 in GrZ den "Leichsermon".

Hartwich (1722), S. 199 f: "Zu Groß-Zünder / lebte damals noch Tobias Colerus, und Constantinus Schütz / der Anno 1676 ankam aber Anno 1680 nach St. Cath. und her nach nach St. Marien in die Stadt genommen wurde."
 

  • Konstantin Schütz (Constantin)
    Prediger von 1676 - 1680
    * Danzig 14.09.1646, † Danzig 11.04.1712
    Akademisches Gymnasium in Danzig, Studium in Königsberg, Wittenberg, Leipzig und Jena, Vertreter des Pietismus
    Ab 1680 ist er in Danzig in St. Catharina tätig, dann in St. Marien.

    ∞ Danzig ca. 1681 Anna Euphrosina Schmiedt, 7 Kinder
    Mehr über ihn bei Rhesa (1834), Nr. 9
     

  • Nathanael Berendt
    Prediger von 1680 - 1699
    * Danzig 27.07.1644, † 26.07.1699, begraben in St. Marien in Danzig, Sterbeeintrag GrZ am 04.08.1699
    Universitäten Rostock und Wittenberg 1666 - 1671
    Im September 1680 als Pfarrer nach Groß Zünder berufen, am 26. ordiniert und am 29. eingeführt.
    Mehr über ihn bei Rhesa (1834), Nr. 10


    ∞ ca. 1681 in ??? mit Elisabeth Heymann
    † Danzig 04.10.1701 (St. Marien)
    Eltern: Philipp Heymann

    4 Kinder, davon >5 Jahre: 1
    1) Nathanael; * 17.03.1682, ~ 23.03.1682, † Danzig 05.08.1739
        (St. Marien), ∞ Danzig 17.11.1711 mit Konstantia Leban
    2) Phillip Gottfried, * 07.07.1683, † 26.07.1686 - "in der Stadt
        begraben"
    3) Benjamin Gottlieb, * 23.09.1686, † 06.03.1692 - "in der Stadt
        begraben"
    4) Cordula Elisabeth, * 03.10.1689, 01.03.1690 - "in der Stadt
        begraben"

    Q. u.a.: Moeller (1977)

    Hartwich, S. 207 f: In Groß-Zünder war noch Nathanael Berent, denn er starb erst hier Anno 1699. Im folgenden 1700ten Jahr wurde aus Giscau, von der Danziger Höhe hieher versetzt / Philippus Fabricius, als er aber Anno 1709 nach St. Jacob in die Stadt beruffen wurde / kam von Hela in seine Stäte David Schmiedt.
     

  • Philipp Fabricius (Philippus)
    Prediger von 1700 - 1709
    * Stettin 1644, † Danzig 06.09.1714
    Laut Liste im Kb Gischkau sowie Rhesa (1834), Nr. 11, ist Philipp Fabricius dort Prediger von 1679 bis 1700. 1709 wird er von GrZ nach Danzig auf St. Jacob berufen.

    ∞ Danzig 04.03.1683, Eintrag im Kb Gischkau, mit Anna Maria Bitzlast (?)
    Eltern: Heinrich Bitzlast (?)
    Der Eintrag ist mehrfach gekreuzt durchgestrichen; vermutlich, weil er an dieser Stelle zeitlich falsch ist. Die Tochter Dorothea Maria wird im April 1682 ehelich geboren. Mithin findet die Heirat eher am 04.03.1681 in Danzig statt. Philipp Fabricius trägt seine Heirat in das Kb seiner Kirche Gischkau ein, stellt fest, dass der Eintrag unter dem Jahr 1683 seltsam aussieht und streicht ihn  wieder aus.

2 Kinder, davon >5 Jahre: 1
1) Dorothea Maria, * Gischkau 16.04.1682,
    ∞ Neuteich 14.09.1700 mit Christoph Jacobi, Pastor
    Der Vater Philipp Fabricius ist als Pastor in GrZ angegeben.
    Rhesa (1834), S. 181 (Liessau) und S. 206 (Neuteich):
   
Christoph Jacobi, 1698 / 99 in Liessau, von 1699 bis 1741
    in Neuteich
    * Falkenau, Ostpreußen ca. 1675, † Neuteich 23.08.1742
2) Sohn, * ?, † Gischkau 13.02.1684
    Auch dieser Eintrag ist kreuzweise durchgestrichen;
    eventuell findet das Begräbnis in Danzig, St. Katharinen,
    statt. Einen Taufeintrag gibt es nicht in
Gischkau.
 

  • David Schmidt
    Prediger von 1709 - 1728, vorher ab 1705 auf Hela
    * Stolpe ca. 1645 , † 23.03.1728

    Siehe Rhesa (1834), Nr. 12

    Johann Moneta, sein Nachfolger, im Kb: "... ist ... David Schmidt aus seinem mühseligen Leben von Gott abgeführt worden den 23. Mertz ao 1728 und ist am 5. April alhier mit einer Leichenpredigt ... zu Grabe gebracht worden den 6. April ... begraben in der großen Kammer, unter dem größeren Stück in der Mauer ..."

    Krankheitsbedingt ist David Schmidt in seinen letzten Lebensjahren nicht mehr in der Lage, das Kb ordnungsgemäß zu führen. Von April 1723 bis 1728 liegt dieses nur in Zettelform vor. Die Taufen, Heiraten und Begräbnisse sind chronologisch hintereinander gelistet, wobei der Verdacht besteht, dass einige Einträge fehlen.

    Lt. Wessel (1926) spielt David Schmidt 1726 keine rühmliche Rolle in einem Hexenprozess.


    Hela ca. 1705 mit ???, Witwe von Gottfried Kotzer / Kotzerus

    Gottfried Kotzerus, "Kaiserlich gekrönter Poet, war zuerst Pastor zu Heiligen Hagen im Mecklenburgischen, wurde 1702 hierher [Hela] berufen und blieb auf dieser Stelle, bis er im 34. Jahre seines Alters starb" - Rhesa (1834), S. 127

    25.10.1709 in GrZ: Tod von David Schmidts Stiefsohn Georg Detloff Kotzer, 11 Jahre

    19.12.1711 in GrZ: Tod von Sophia Elisabeth Schmidtin, Tochter von David Schmidt, geboren lt. Sterbeintrag am 07.01.1709, vermutlich in Hela.

    22.11.1716 in GrZ: Heirat von David Schmidts Stieftochter Anna Eleonora Kotzer, Tochter von Gottfried Kotzer ... auf der Insel Hela, mit Johann Gottfried zu (?) Wubenheim (?), Feldprediger bei dem Anspach-Schmattauschen (?) Tragouner [Dragoner] Regiment

    18.11.1718 in GrZ: Tod von David Schmidts Stiefsohn David Georg Kotzer

    Ob David Schmidt und seine Frau in Hela weitere Kinder bekommen haben ist unbekannt; in GrZ auf jeden Fall nicht.