Auf dem Weichsel-Werder-Ring
Die Entdeckung der Langsamkeit im Jahr 2013


 

 

Nickelswalde / Mikoszewo

 

Wir legen mit einigen Manövern an etwas arg Wackligem an, wo ursprünglich der Fährhafen für die Eisenbahn war - siehe hier.

Es ist ziemlich viel los ... Schwalben, Mücken ...

Und gegenüber entsteht ein Menschenauflauf, erst ein Mann, dann zwei, dann eine Frau, usw., irgendwie seltsam. Aus der Geschichte der DDR wissen wir Westdeutsche, dass man sich zu sozialistischen Zeiten immer anstellte, es könnte ja was geben. Vorsichtshalber stellen wir uns auch an ... wir könnten ja was verpassen! Einer der Wartenden erweist sich als russischer Tourist.

Offensichtlich pünktlich schippert ein kleines Fischerboot mit zwei Mann Besatzung heran. Fisch aus Kisten sowie aus dem Netz wird sortiert, gewogen, wandert in mitgebrachte Plastiktaschen. In die umgekehrte Richtung gehen Scheine und Münzen, wenn ich mich recht entsinne, so um die 5 Zloty / 1,25 € pro Kilogramm.

Heinz Mandey hätte hier wohl seine Freude. Seit der ersten Hälfte der 50-er Jahre, d.h., seit 60 Jahren, als er hier widerwillig mit seinem Vater fischte, hat sich offensichtlich nichts, aber auch gar nichts verändert ... siehe hier. - Nein, wir erwägen nicht, hier Fisch zu kaufen ... wir lieben die Bequemlichkeit und gehen zubereiteten Fisch essen.

Wir gehen hoch zum Damm, dann ein Stückchen runter, biegen rechts ab, öffnen das Gatter, treten ein: Der ehemalige Knoop-Hof. Ich weiß, dass er jetzt verkauft ist. Wir hatten zwei Anläufe genommen, beide Male war der deutsche "von" schreiend davongerannt ... mein Strohmann stellte fest: "Der ist nicht dealfähig ...".

Das linke Grundstücksteil ist jetzt abgetrennt. Dort stehen ein Zelt und Baumaterialien, Vorbereitungen für den Bau eines Hauses. Das Knoopsche Haus selber ist unverändert. Es sieht so aus, als ob die Käufer das gesamte Gelände bis hinunter zur Kleinbahn erworben haben ... hoffentlich bleibt es unbebaut. Und hoffentlich gelingt eine vernünftige Restaurierung !!! Viel Erfolg!

Der Knoop-Hof im September 2013

Aufnahme von 1893, Quelle : Architekturmuseum TU Berlin, Inv.-Nr. BZ-F 18,022

Ich "rette" vorsichtshalber einen Ziegel vom verfallenen Stall für meine Sammlung.

Später gehen wir zu Sigi und Halina, essen Fisch, trinken Bier und Wodka und ziehen uns zu späterer Stunde zurück aufs Boot zwecks intensiver "Arbeit".

 

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