Auf dem Weichsel-Werder-Ring
Die Entdeckung der Langsamkeit im Jahr 2013


 

 

Nach Käsemark / Kiezmark

 

Die Weichsel hat uns wieder, und das bei bestem Wetter.

Ab Dirschau können wir unbesorgt in der Mitte fahren, es gibt keine Sandbänke und mithin auch keine Schifffahrtszeichen mehr. Irgendjemand erzählt uns, dass zur deutschen Zeit regelmäßig gebaggert wurde.

Vom Fluss aus nicht zu erkennen, aber Natascha sagt es uns, rechts liegen Palschau / Palcewo, Neukirch / Nowa Cerkiew, Schönhorst / Gniazdowo und Schöneberg / Ostaszewolinks, links Stüblau / Steblewa und Letzkau / Leszkowy. In den Vorjahren sind wir dort herumgekurvt, u.a. mit Heinz Pohl. Wir befinden uns im "Familiengebiet".

In Palschau fanden wir eine der letzten existierenden Windmühlen. 1836 war der Müller Lietz aus Palschau -

offensichtlich Mitglied der Lietz-Müllerdynastie, die u.a. in Klein Zünder und Käsemark vertreten war - in der Kirche von Neukirch Taufpate unseres Urgroßvaters Martin Ferdinand Müller, der 30 Jahre später den Müllerschen Hof in Klein Zünder betrieb.

Die Kirche in Neukirch

Sein Vater, Friedrich Wilhelm (III) Müller, war um 1810 aus Königsberg eingewandert und heiratete 1814 in Neuteich Carolina Dorothea Ott aus Leske. Bei der Heirat firmierte er als Huf- und Waffenschmied. Da dies in der Gegend offensichtlich kein prosperierendes Geschäft war, sattelte um auf Landwirtschaft in Schönhorst / Neukirch. 1853 wurde er hier begraben.

In Schöneberg - rechts - wiederum lebten im 18. Jahrhundert die Roggatz-Altvorderen.

Auf der anderen Flussseite Stüblau, nach dem ursprünglich die gesamte Region hieß: Stüblauer Werder. Dies war eines der Zentren des Wessel-Clans im Werder - siehe Max Wessel: Gedenkbuch der Familie Wessel, 1926. Um 50 Ecken herum gibt es familiäre Beziehungen zum Wessel-Zweig in Groß Zünder.

Die Wessel-Familie richtete neben der Ruine eine Art Gedenkkapelle ein. Etliche der Namen sind mir durch das Max-Wessel-Buch vertraut.

Vom Fluss aus beobachten wir links und rechts das, was man hier seit bald 1000 Jahren tut: Den Damm reparieren, ihn für das nächste Hochwasser vorbereiten ...

Als wir uns der E7-Brücke über die Weichsel nähern, halten wir
Ausschau nach der Turmspitze der Kirche von Käsemark.

 

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