Auf dem Weichsel-Werder-Ring
Die Entdeckung der Langsamkeit im Jahr 2013


 

 

Auf der Nogat in Richtung der Marienburg

Der Wasserfarn hat uns bald wieder fest im Griff ... im Gegensatz zu uns scheinen sich die Schwäne an ihm zu erfreuen. Es gibt viele.

Gegenverkehr über und auf der Nogat ... na ja, ein bisschen geschummelt ...

Wir passieren Jonasdorf / Janówka, versteckt hinter dem Damm. Hier durchbrach am 25.03.1888 um 13:30 Uhr die Nogat den Damm, nachdem ein Eisstau - wie es vielfach im Frühjahr passierte - den Wasserabfluss verhindert hatte. Weite Gebiete wurden überschwemmt. Dies war der letzte natürliche Dammbruch mit katastrophalen Überschemmungskonsequenzen im Werder. Der Weichseldurchstich bei Nickelswalde / Schiewenhorst 1895 sowie zahlreiche folgende Wasserbaumaßnahmen an Weichsel und Nogat verhinderten seitdem Dammbrüche.

Siggi beäugt kritisch die vor und hinter uns liegende grüne Hölle, wir kommen aber durch ... halten, rückwärts, vorwärts ... Wir erwägen, bis Marienburg zu schippern, werden aber so langsam, dass wir die Schleuse bei Rakowiec erst 5 Minuten nach 18 Uhr erreichen ... und da ist halt schon Feierabend. Schotten dicht.

Wulf meint, da gehe doch noch was. Er rast los, macht auch einen freundlichen Kotau, übersieht aber irgendwie, dass der Batman gar nicht der Schleusenwächter ist.

Und nebenbei, Wulf, den Kotau macht man vor der Autorität! Nicht hinter ihr!

Folglich richten wir uns an dem wackeligen Steg häuslich ein und inspizieren im Abendlicht die Umgebung.

Marten grübelt, welche Heldengeschichten er heute Abend seiner Herzallerliebsten auftischen kann ...

Ich gehe das benachbarte Wasserkraftwerk anschauen - es gibt nichts zu sehen und grüner Strom wird auch nicht produziert; hat offensichtlich ebenso Feierabend.

Ralf sucht seine Hose und die Griller Siggi und Wulf walten stoisch ihres Amtes: "Wurst und Kotelett, heute rosa, braun oder schwarz?" Luxus pur.

Irgendwann bekommen wir auch noch Besuch ...

Am nächsten Morgen die ersten Vorboten des Herbstes: Frühnebel. Die Angler trotzen ihm.

Nach unserem Frühstück macht sich die Schleusenwärterin auf, uns das Schleusentor zu öffnen, zu schließen, und so weiter. Wir bekommen sogar ein Lächeln, das Erste bei allen passierten Brücken und Schleusen. Wir goutieren es.

Nur noch ein paar Flusswindungen bis zur Marienburg.

 

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