18.10.2016

Heinz Mandey schreibt platt

1) Sonnabend bei Hallmann aufm Damm in Schiewenhorst

2) Die Ziege - endlich ist es soweit

3) Die Vorbereitung zur Bernsteinsuche auf Platt (Schausch) in Nickelswalde

Sonnabend bei Hallmann aufm Damm in Schiewenhorst

Gestern sagt Fritz Fentros zu seiner Frau Lina "Es ist Ende August, der Sommer neigt sich dem Ende zu, übermorgen, am Sonnabend, da kommt für dieses Jahr der letzte Musikdampfer. Die Mondscheinfahrten nach Schiewenhorst und Nickelswalde werden über Winter eingestellt." "Ja" sagt Lina, "die bringen aus der Stadt immer ihre eigene Musikkapellen mit und die spielen immer so schön, lass uns mal nach Hallmann aufm Damm in Schiewenhorst gehen."

Et es Siennowend owend. Fritz on Lina trajken sich aun. Se hat en niehet dunkelblauet Kleed aun, on Fritz trajkt sich ne Wittebex aun on ne blaue Jack trajkt he sich aun. Se schlooten de Deer auf on gingen no de Daumpfähr.

Auls se op dem Daum send, sajcht Lina "Fritz, ek seh de Fähr nich!" Fritz meent "eck uuck nich. De es bestemmt hinger de Worthehaul von Heinz Wittstock."

Se kommen am Fährloch aun, on nü sehe se dee Bescherrung. "Mijn Gottagiess", sajcht Lina, "waut es hier possiert?" Jo, Klowittas Ernst es hier Koptain on hee hat Ürloop on siene Vertretung de tweejde Stürmaun es met voller Moschinnen Krauft meet de Daumpfähr en de Daulwen ren gepraascht. Nü licht se doo on kaun sich nich beweejen.

Rüdolf Wilhalm staiht opm Dajck on sajcht "Fritz, wii keenen nich mehr stiere, daut Stierblaudt es em Morsch (im Arsch). Wie holen nü üt de Enloog (Einlage) de kleene Droselfähr (Seilfähre ) on de Schlaapa ( Schlepper) bringt de Daumpfähr fuurts no Daunzich op de Klawitter Werft." Lina meent "Fritz dan goon wi doch no huis", ower Fritz sajcht "Nee, loot ons meet de Isenbohnfähr metfohren."

De beid schloffen dor haan, on Fritz frajcht Erich Kloffke, op he se no Schiewnhorst metneemt. Kloffke es hier op de Isenbohnfähr de Koptain. Erich sajcht "Na Fritz, koomt mol rop". On Fritz vortaalt aam daut se noo Haullmaunn toom Zorm (Tanzvergnügen) goohnen. "Jo" sajcht, "Erich, eck hol blos noch den laatsten Zuch om 22 Uhr de von Steejem no Danzich fohrt, dan komm eck ook mit miiner Schwaasta Erika." Se weere aulle twee noch nich Verheiroot.

Fritz on Lina send opm Daum fex aungekomme, on em Sool ging et aul drock heer. De Mosika speelden een leed noo dem aunderen, on Lina met Fritz daunsten einen Schieba no dem aunderen, se weeren gaunz veergnijcht ( Vergnügt).

"No langer tijd", sajcht Fritz, "Lina, ek moot waut drinken, eck goo no fere (Vorne) in de Knipp." Lina wuull met aam meet goohnen owar met eenmool kaum Hulda. Se wiir ok bij Haulmaunn toom daunze. Na, nü hase sich veel vortaalt on de Tiit vorging fex, de mosika speelten nü "Warte, warte  noch ein Weilchen, dann kommt Haarmann auch zu dir", on Lina frajcht Hulda "Es daut nü Damenwahl?" "Nee" meent Hulda, "so heejt doch blos daut leed." "Auch so!" meent Lina. Aha, owa nü es Lina aul een beetchen opriiriech (aufgeregt). Se meent nü Hulda "Eck mot nü no Fritz, de es besteemt aul bossich, daut eck nich fuurts met aam metging. Hee wacht aul lang op mij."

Se kemmt no feren on doo steijht Fritz aun de Thek meet Erich Kloffke on Erika on Steen on Emil Footh on Paul Rucks stajht op dem Desch on bläkt "Wer ist der reichste Mann in Schiewenhorst?" Och, so feehl weeren dor vorsaummelt, aulles bekaunde junge Menschen, owa eck kaun di sajen, dee hauden sich so engeseepth (eingeseift, besoffen). De Fritz wiir so beschluckt, de meent emma to Lina: "Hallo, junge Frau, ich habe Sie schon mal gesehen. Sind Sie auch mit dem Damfer aus Danzich hier, saj?" Lina sajcht  "Dü Olle Oop (Alter Affe), eck ben nich aus Danzich! Wii gohnen nü no de Fähr on fohren no huis!"

De Droselfähr licht aum ewa on Ohm Klowitta hatt daut Drama mit Fritz fuurts beqickt on hee sajcht "Lina hat Fritz Distel onder dee Feet, hee humpellt jo so." Lina meent "Eck kaun dij sajen, wan hee maun erst tuis wär!" In Neckelswohl aun gekomme haud sich Fritz een beetchen erholt on nü fangt hee aun too singen "Dee Fescher hat et goot, dee Fescher hat et goot, em Somma aaht hee Käsebrot, on em Winter hat hee groote Not, dee Fescher hat et goot."
 

Die Ziege - Endlich ist es soweit

Vor längerer Zeit wurde Lotte ihre Ziege von der Kleinbahn überfahren. Sie war sofort tot. Da Lotte noch ärmer war als die anderen Dorfbewohner im Dorf Neue Welt bei Junkeracker / Pasewark musste sie sehr, sehr lange für eine neue Ziege sparen.

Nü es et sowiiht. Morjen word se no Krohnenhof goohnen daut Deerp es hinga Schiewenhorst, en Richtung Wordel. Am neechsten Dach aul, gauns friej, schlooft se los. Aun de Wissel aungekoohmen moot se ob de Daumpfeehr wachten, dee liecht noch en Schiewenhorst aum Ewa (Ufer). Et dürt ne Viertel stuing bit hatt se en Neckelswoohl faustmoockt, on Lott jeijt fuurts an Burd. Jaun Klowitter haud Schiechtdienst, hee qickt on saijcht "Lott, woo wels dü aull so friej haan?" Se vortaalt aam waut se vär hatt, on Jaun Klowitta saijt "Lottchen, loot di maun nich noch vom Ploosa (kleiner Bauer) beschiiten." De Feehr laicht vom Ewa auf, on fohrt noo de aundere Wissel Siid, on Jaun Klowitter moogt de Feehr faust. On Lott geijt nü ähren gang noo Krohnenhof. Door woohnt en kleener Plosa, de well sine Kos veerkeeppen. No eena haulwen Stuing es Lott aungekoomme, on saijcht toom Plosa "Na, eck well de Kos aufhoolen, woor es se?" "De es noch em Staul" saijcht de Plosa. "Lott, wiis mi mool daut Jeld sonst jeew eck se die nich!" "Dü oolla Drusel (Depp), dü denkst woohl, daut eck keen Jeld haw, hier qick!" En de Schellducktausch (Schürzentasche) haud Lott daut Jeld em Schnobelduck (Taschentuch) enjebunden. So, nü hatt de Plosa siin Jeld on Lott de Kos. "Saij mool, Plosa, dü hast mi doch nich met de Kos nich bescheeten?" "Nee Lott, de Kos es gesund on ierscht twee Joohr oolt!" Na dan, audee,  eck weel noo medach mit er thüs sen." "Jo audee Lottche, on paus op, hool de Kos goot faust sonst raant se dii noch weij!" "Jo jo!"

Nü es Lott aun de Wissel aungekomme on jeijt furrts op de Feehr. Jaun Klowitta moogt de Linnen los, on de Stürmaun foort los noo Neckelswohl. Nü kemmt Ohm Klowitter, oon saijcht "Lott, eck woor mi mol de Kos beqicken." Hee moogt de Kos daut Müll oop on saicht "Hhast dü daut nich jesehn, de Kos hat keene Teenne mehr, daut es ne oole Kos!" Auls Lott daut hiert fangt se betterlich aun too grijnen, nü es daut Jeld waijch on de Kos es oolt.

Lott geijt derch Neckelswohl on se grinnt (weint) emmer noch. Se kämmt bie Fleescha Meister Krüs vorbie, on traft doo de Frü Siedenbidel, de haud en bättchen Fleesch on Worscht engekofft. Se fraicht "Nü, Lotte, waut griinnst dü so?" Lott vortaallt er aulles. Hulda Siedenbiedel saijcht "Komm met mi met, eck haw uck Kosen, eck ondersiek se mool. Se moockt der Kos daut Mühl op on beqickt daut Hingadeel on de Euter. Gauns genau mookt se daut. "Nü", saijcht se, "Lott, hier op to blooren (heulen), teenne hat een Esel oawa keine Kos daut hinga deel es kraafftich on de Tetten send straum, de woort dii emma veell Malk gäwen, owa Jaun Klowitta hat doch blos Wibckes em Kopp!" Lott bedankt sich "Uck scheenen Dank, nü goo eck noo Hüss, malk de Kos, on kook mi en beetchen Klitta Moos." (Milchsuppe)

Die Vorbereitung zur Bernsteinsuche auf Platt (Schausch) in Nickelswalde

Es lebten dort unter anderen Paul mit seiner Frau Mariechen. Deren Nachbarn waren die Eheleute Otto und seine Frau Minna.

Otto sächt to sina Minn "Paul hat et hiet so Drock, hee hat bestemmt waut fähr! Hej kaumm üt dem Staull mit de lange Gummisteewlen!" "Daut denk eck uk" meent Minn, "kiek moal Otto, Morrie keemt üt de Där, se hat en nijet  Schelduck (Schürze) om, on en de haund de Petroliumkrug, jo se geit bestemmt no Lindeboom Petrolium keeppen." "Jo, daut denk eck uck, wann daut so es, dan kemmt se uck furts treej." On so wier et uck. Morrie vortaalt dem Paul "Eck haw twee liter Petrolium gekoft, owa Morrii worom furts twee liter??? Jo Lindeboom vortaalt, daut de Petrolium knaup es." "Nee, daut gleef maun nich, wie keenen nich aulles keepen waut Lindeboom well, sonst hawie bold keen Dietchen mehr in de Fupp." "Jo, Paul, dü hast raicht."

Paul vortaalt sich met  sinner Morrii. He ment "bie dem Nord Ost Storm go eck Morgen gauns friej no de See, on kick mol ob eck Schausch fing." "Jo", meent Mariechen, "eck go mit di mit!", ower Paul meent "Blief dü maun Thüs, et es so koohlt!" "Na jo, Paul, dan bliew eck Thüs. Eck laig dii en poor woarme Socken ob dem Stoohl, on dan traijk die de Maunschester Bexen aun, de send scheen worm. Owa pauss op, bim woatter lotten,  mock daut emmer mit de Wind, nich gejen de Wind, sonst bepeest dü de Bexen, on wan se driech send stinken se emmer so." Paul neckt mem Kop. Morii hat raicht, oawa wan daut so koohlt es dan rannt daut ock nich so wie eck daut micht.

"Moriechen, nü es de Clock haulf fiew, moack ons mol en bettchen Onkost (Abendessen) un dan go eck schloopen." Paul on Morii hawen jejeeten, se send saut on tofreeden met sich on de Welt. Morii wauscht de twee Tausen und daut Masser auf, nü kemmt se en de Stohw. Paul es nich mehr dor. Se gaiht in de schloop Stohw on fraicht "Paul, best dü aull en de Pluchen?" "Jo, Morri, nee, dü motst noch moal obstohn on den Nachttop no benne holen!" "Wur es de top, Marii?" "De hängt noch bütten aum Tünn."

Paul schloft no büten, on he sieth doa twee Taap hängen. He rannt treeh und saicht "Morii, do hängen twee Taap, wona es onsa?" Marii meent "De ierschte es onsa, de tweede jehiert de Olle Maundeysche, kieck en den topp, onsa es en betjen brün von bennen." Na, da gew mi moal furts en betjechen Atta on enn aufwausch, Koda eck moak ahm rein." Morii breelt "Daut es Rost, dü oala Drusel!" "Jo, Morii, eck docht maun blos." Auls Morii daut hiert vordreith se äre Ugen wie een Stier, se es so en de Braust, on saicht, "Hier to Paul, waut heet hier eck docht maun blos moark dii eent em Lewen, Dochte send keene Lichta on Orschlaicher keine Gesichta!" Oawa nü es Paul beleidicht. He saicht "Lew Gottajies,  Morii, red doch nich so kultiwiert met mii, eck ben doch blos een kleiner Mensch!"

Paul kriept en de Plochen. He wier so bossich, he gauf hiete siena Morii keenen Gooden Nacht Pos.

Oawer am nächsten Morjen fraicht er "Na, Mariechen, hast du schön gechlafen?" "Jo, so wier daut Lewen einst en Neckelswoahl."

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