Einleitung | Jantzen | Hofmarken | KB-Chronik | Adressbücher | Orte | Berufe | Quellen | Alph Register

Nachbarn und Hofbesitzer in
Groß und Klein Zünder vom 17. bis 20. Jahrhundert

Groß Zünder

               
GrZ 01 GrZ 02 GrZ 03 GrZ 04 GrZ 05 GrZ 06 GrZ 07 GrZ 08 GrZ 09 GrZ 10
GrZ 11 GrZ 12 GrZ 13 GrZ 14 GrZ 15 GrZ 16 GrZ 17 GrZ 18 GrZ 19 GrZ 20
GrZ 21 GrZ 22

GrZ 1648

GrZ And

GrZ Pfarrer

GrZ Lehrer

Klein Zünder

               
KlZ 01 KlZ 02 KlZ 03 KlZ 04 KlZ 05 KlZ 06 KlZ 07 KlZ 08 KlZ 09 KlZ 10
KlZ 11 KlZ 12 KlZ 13 KlZ 14 KlZ 15 KlZ 16 KlZ 17 KlZ 18 KlZ 19  
KlZ Hancke 1619

KlZ 1648

KlZ And

   

KlZ Lehrer

Prediger und Pfarrer in Groß Zünder
erstellt in Kooperation mit Peter Sarpei

aktualisiert 10/2018
  

Übersicht

Katholische Prediger

  • um 14?? : Mathias Walteri

  • um 1500 : Mathias Lemke

  • um 1530 : Christian Fechsdorf

  • um 1553 : Mag. Teßmar

Protestantische Prediger

 

Ausschnitte aus Sekundärquellen

- DLG (1760): Abschnitt Groß Zünder

- Rhesa (1834): Abschnitt Groß Zünder

Abkürzungen:

Kirchenbuch (KB)

* - Geburt / Taufe
KB-Eintrag liegt vor

† - Tod
KB-Eintrag liegt vor

∞ - Heirat
KB-Eintrag liegt vor

ca. * / ∞ / †
Datum
errechnet / geschätzt

Orte
GrZ - Groß Zünder
KlZ - Klein Zünder

Währung
Rt - Reichstaler
Gr - Groschen
Pf - Pfennig

Sonstige:
Hfb: Hofbesitzer

Braune Schrift: Ergänzungen / Bemerkungen RMG

Unterstrichen = Link

 

Katholische Priester vor der Reformation
Aus: Freitag (1918)

Protestantische Pfarrer

  • Jacob Harder
    † 17.03.1572

    Er soll der erste evangelische Prediger in GrZ gewesen sein 
     

  • Franz Burchardt, (M. Francisens Burchardus)
    † 06.07.1590 in Danzig, begraben in der Marienkirche unterhalb der Kanzel. Ein Ölbild befand sich in der Sakristei.

    Prediger von 1575 - 1589

    Hartwich: Landesbeschreibung ... S. 180 ff:
    "Anno 1574 oder 75 wurde M Franciscus Buchardus nach Großzünder zum ersten Prediger gesetzt / der zuvor schon Ao. 1555 an der grossen Pfarr-Kirche Prediger gewesen war / aber Anno 1560 nebst dem Benedictus Morgenstern /der zu St. Catharinen Pfarrer war ... die alle drey Flacianer sollen gewesen sein von E. E. Raht schleunig abgesetzet war. ... aber sie mußten alle drey mit D. Samuel vor Sonnenuntergang die Stadt räumen. Burchardus begab sich hierauf mit dem Benedictus Morgenstern nach Thorn" ... es folgt die Beschreibung weiterer Streitigkeiten zwischen Predigern. 1572 wird Buchardus in Thorn abgesetzt. "Denn da kam er wieder nach Dantzig und wurde auf grosse Intercession geneigter Gönner / Anno 1574 oder 75 nach großzünder versetzt / da er auch Ao, 1590 tödtlich krank ward / und in Dantzig bey seiner Tochter-Mann / Michel Coleto / Predigern zu St. Marien / gestorben / und darauf in derselben grossen Pfarr-Kirche und der Cantzel ist begraben worden."

    Siehe auch Rhesa (1834) Nr. 2
     

  • Johann Stark
    † ca. 1629

    Prediger von 1591 - 1629
    Calvinist

    Michael Hancke Handschrift, 1619: Prediger Johannes Stark

    Siehe auch Rhesa (1834) Nr. 3
     

  • Paulus Lecius (Lezius)
    † 23.04.1647

    Prediger von 1630 - 1647
    22.03.1630 erwählt, ordiniert den 27.03.1630, introducirt im April 1630

    Hartwich, S. 187 ff: "In Groß-Zünder / lebeten zu Zeit des Rathmanischen Streits: Paulus Lezius, der Anno 1630 in die Kirche zur Kobbelgrube kaum angekommen / und bald im selbigen Jahr nach Groß-Zünder versetzet war, ... In Groß-Zünder war noch Paulus Lezius, denn er lebte bis 1647. Das folgende Jahr kam hieher Elias Zahn / und starb 1653. Petrus Schönwald aber / der Anno 1654 ankam / kam aus diesem Dienst weg Anno 1656. In dessen Steele wurde erwehlet Nathanael Carmannus, und starb hieselbst 1658. Tobias Colerus kam hieher von Letzkau / und starb Anno 1676."

    Siehe auch Rhesa (1834), Nr. 4

     

  • Elias Zahn
    † GrZ 20.10.1653 an der Pest

    Prediger von 1648 - 1653
    Ab 1640 ist er Cantor an der Graumünchen-Schule in Danzig.

    Beginnt im April 1648 das erste vorliegende GrZ-Kirchenbuch zu führen.


    ∞ vor 1648 in ??? mit Anna Neufeld
    (1648 Taufpatin "Hausfrau des Predigers)

    4 Kinder, davon >5 Jahre: 0
    1) Anna Maria, * vor 04.1648, † 23.10.1653 an der Pest
    2) Cordula, * vor 04.1648, † 13.05.1653 an der Pest
    3) Ohne Namen, * 22.07.1650, † 22.07.1650
    4) Elias, * 14.09.1651, † 26.11.1652

    Lt. Rhesa (1834) wird ein Sohn Bäcker in Danzig, der ein Stipendium aussetzt für Theologiestudenten während ihres Aufenthaltes an der Universität. Demnach gibt mindestens ein weiteres vor 1648 geborenes Kind.

    Siehe auch Rhesa (1834) Nr. 5
     

  • Peter Schönwald
    * Strasburg in Preußen 1626, † Thorn 22.11.1701 - lt. Rhesa (1834)
    Strasburg in Preußen = Strasburg ?


    Prediger von 1654 - 1656
    Gewählt 05.10.1654, ordiniert den 22.10.1654, tritt er am 23.10.1654 den Dienst an. Lt. Rhesa (1834) bittet er den Rath 1656 von Danzig um seine Entlassung "insonderheit, weil die Schweden im Danziger Werder mit Rauben und Plündern sehr übel hausirt, und er auch sonst durch dieselben an Vieh schon zu Schaden gekommen und schier seines Lebens nicht sicher war, die Bauern auch größtenteils durch den Krieg nicht besser, sondern schlimmer geworden."

    In Thorn, wo er später tätig ist, stellt er die Geschichte lt. Dittmann (1789), S. 13, ein wenig anders dar:
    "In eben demſelben 1656sten Jahre, wurde XXXI. Peter Schönwald, aus Straßburg in Preußen gebürtig .... Er war seit 1655 ins andere Jahr, Prediger zum großen und kleinen Zünder im Danziger Werder gewesen. Daselbst erhielt er die Vocation zur Stadt-Pfarre in Marienburg, 1656, den 28. Aug. Weil ihm nun E. E. Hochw. Rath der Stadt Danzig, dessen Stipendiat er zuvor gewesen, auf seine vorgängige Meldung abrieth, diese Vocation anzunehmen, und ihn auf Beförderung in die Stadt vertröstete; schlug er solche, um bey seinen Herren Patronen nichts zu verderben, wohlbedächtig aus, ohngeachtet er, wegen übermachter Bosheit und Vollbrätigkeit seiner Dorfgemeinde, eine Veränderung sehnlichst wünschte, und ihm auch die dazumal, in Marienburg, stark grassierende Pest, kein Bedenken würde verursacht haben, sich dahin zu begeben."

    Auf ein harmonischen Verhältnis zwischen Prediger und Dorfbevölkerung lassen diese Texte sicherlich nicht schließen. Er fühlt sich offensichtlich zu Höherem berufen als sich mit den tumben Bauern abzugeben.



    Siehe auch Rhesa (1834) Nr. 6
     

  • Nathanael Karmann (Carmann)
    * in Danzig, † Danzig 19.01.1658, begraben in der Katharinenkirche zu Danzig, Eintrag GrZ, "ein Gesell"

    Prediger von 1656 - 1658

    Siehe auch Rhesa (1834) Nr. 7

     

  • Tobias Colerus
    * ca. 1622 in ???, † 08.01.1676, begraben am 16.01.1676
    "... gewesener ??? Prediger allhier zu Groß u. Klein Zünder 18 Jahr weniger 12 Wochen, und vorhin gewesener Prediger 9 Jahr zu Lötzkau ... " (Letzkau)
    Sein Ölbild hing in der Kirche.

    Prediger von 1658 - 1676

    Wessel (1926) S. 22 ff über die Zeit von Tobias Colerus in Sperlingsdorf: "... denn noch im Jahre 1746, seinem letzten Lebensjahre, lehnte er [Andreas Wessel, Kapellenvorsteher in Sperlingsdorf] ein Gesuch des damaligen Schulmeisters und Predigtamtskandidaten Tobias Colerus ab, der sein allerdings recht geringes Einkommen dadurch verbessern wollte, daß ein zweiter Umgang mit der Tafel in der Kapelle für ihn eingeführt werde.
    In einem Bittgesuch an den Bürgermeister und Werderschen Amtsverwalter aus diesem Jahre führt Tobias Colerus aus, daß die Nachbarn nur 7 oder 8 Kinder zu ihm in die Schule schickten und ihm für jedes Kind nur einen Dreipölcher wöchentlich zahlten, dabei auch noch die Wochen lediglich nach den Tagen zusammenrechneten, an denen die Kinder in der Schule gewesen wären. Andreas Wessel und die übrigen Nachbarn erklärten dagegen bei einer bezüglichen Anhörung dem Bürgermeister gegenüber, daß der Schulmeister bei ihnen außer der Nachtafel zu guter Gebühr etwas bittlich noch nicht nachgesucht hätte. Im übrigen wäre er nicht fleißig bei der Jugend, sondern oft und viel von dieser weggegangen und hätte die Kinder sich unter einander verhören lassen. ...
    ...
    Der Obrigkeit bleibe es trotzdem unbenommen, wegen der Schulversäumnis zu eifern und zu ahnden. Dahingegen solle auch der Schulmeister gehalten sein, die Jugend fleißig zu unterrichten, seines Dienstes treulich zu warten und nicht so viele Tage von den Kindern wegzubleiben, mit der Verwarnung, „wo darüber geklaget würde, er sein Abenteuer dafür auszustehen und der Obrigkeit Einsehen sich zu vermuten hätte. Was die begehrte Verbesserung anbelange, weil er nichts aufzulegen hätte, was ihm zu Steuer kommen möchte, möge er nochmals bittlich und gebührend bei den Nachbarn vorstellig werden, welche auch ermahnet wurden, die Gütigkeit nicht ganz aus dem Herzen zu setzen, sondern dahin bedacht zu sein, daß dennoch ihrer Kinder Schulmeister notdürftige Unterhaltung gegönnet und gereichet werde, damit er sich mit genauer Not durchbringen möge." Letzteres ist Herrn Tobias Colerus auch sicher und wie ich annehme besser als bloß notdürftig gelungen; er war später Prediger in Letzkau, weiterhin in Gr. Zünder, und bekundete sich dauernd als guter Rechner."


    ∞ ca. 1648 in ? mit Cordula Maun
    * ca. 1633 lt. Sterbeeintrag (23 Jahre), † Letzkau 10.08.1656 - an den Pocken, "im Ehestand gelebet 8 Jahr 29 Wochen". Dann hat sie im Alter von 15 Jahren geheiratet, was im Werder eher ungewöhnlich ist.

    4 Kinder, davon >5 Jahre: mindestens 1
    1) Cordula, * Letzkau 08.11.1649,
        ∞ Güttland (?) 04.10.1667 mit Philippus Tantenius, Prediger
        zu Wossitz
    2) Tobias, * Letzkau 31.08.1651, † Letzkau 12.04.1652
        Im Sterbeeintrag heißt es bzgl. des Alters "1 Tag
        und 13 1/2 Stunden". Es gibt jedoch weder einen
        anderen Sterbeeintrag für einen Tobias noch einen
        Taufeintrag für einen im April 1652 geborenen Tobias.
    3) Susanna, * Letzkau 04.11.1652, † 28.08.1656 - an
        den Pocken
    4) Tobias, * Letzkau 08.04.1655,

    ∞ Danzig, St. Bartholomei, 30.07.1658 als Witwer, Eintrag GrZ, mit Christina Zwikker
    * -, † -
    Eltern: Salomon Zwikker, † vor 1658, Rector zu St. Catharinen in der Alten Stadt, & Barbara, * ca. 1598 in ?, † 14.10.1671, begraben in Käsemark, Eintrag GrZ

    Christina Colerus, geb. Zwikker, heiratet nach dem Tod ihres Mannes 1676 - nicht in GrZ - einen Baunörsdorff (?). Dieser hält anlässlich der Beerdigung des Stiefsohnes Nathanael Colerus 1681 in GrZ den "Leichsermon".

    2 Kinder, davon >5 Jahre: 2
    1) Johann Friedrich, * 31.03.1660
    2) Nathanael, * 28.11.1662, † 29.12.1681

    Hartwich, S. 199 f: Zu Groß-Zünder / lebte damals noch Tobias Colerus, und Constantinus Schütz / der Anno 1676 ankam aber Anno 1680 nach St. Cath. und her nach nach St. Marien in die Stadt genommen wurde."
     

  • Konstantin Schütz (Constantin)
    Prediger von 1676 - 1680
    * Danzig 14.09.1646, † Danzig 11.04.1712
    Studium in Königsberg und Wittenberg
    Ab 1680 ist er in Danzig in St. Catharina tätig, dann in St. Marien.
    Mehr über ihn bei Rhesa (1834)
     

  • Nathanael Berendt
    Prediger von 1680 - 1699
    * Danzig 27.07.1644, † 26.07.1699, begraben in St. Marien in Danzig, Sterbeeintrag GrZ am 04.08.1699
    Universitäten Rostock und Wittenberg 1666 - 1671
    Im September 1680 als Pfarrer nach Groß Zünder berufen, am 26. ordiniert und am 29. eingeführt.
    Mehr über ihn bei Rhesa (1834)


    ∞ ca. 1681 in ??? mit Elisabeth Heymann
    † Danzig 04.10.1701 (St. Marien)
    Eltern: Philipp Heymann

    4 Kinder, davon >5 Jahre: 1
    1) Nathanael; * 17.03.1682, ~ 23.03.1682, † Danzig 05.08.1739
        (St. Marien), ∞ Danzig 17.11.1711 mit Konstantia Leban
    2) Phillip Gottfried, * 07.07.1683, † 26.07.1686 - "in der Stadt
        begraben"
    3) Benjamin Gottlieb, * 23.09.1686, † 06.03.1692 - "in der Stadt
        begraben"
    4) Cordula Elisabeth, * 03.10.1689, 01.03.1690 - "in der Stadt
        begraben"

    Q. u.a.: Moeller, Friedwald: Altpreussisches Pfarrerbuch

    Hartwich, S. 207 f: In Groß-Zünder war noch Nathanael Berent, denn er starb erst hier Anno 1699. Im folgenden 1700ten Jahr wurde aus Giscau, von der Danziger Höhe hieher versetzt / Philippus Fabricius, als er aber Anno 1709 nach St. Jacob in die Stadt beruffen wurde / kam von Hela in seine Stäte David Schmiedt.
     

  • Philipp Fabricius (Philippus)
    Prediger von 1700 - 1709
    * Stettin 1644, † Danzig 06.09.1714
    Laut Liste im KB Gischkau sowie Rhesa (1834) ist Philipp Fabricius dort Prediger von 1679 bis 1700. 1709 wird er von GrZ nach Danzig auf St. Jacob berufen.

    ∞ Danzig 04.03.1683, Eintrag im KB Gischkau, mit Anna Maria Bitzlast (?)
    Eltern: Heinrich Bitzlast (?)
    Der Eintrag ist mehrfach gekreuzt durchgestrichen; vermutlich, weil er an dieser Stelle falsch ist. Die Tochter Dorothea Maria wird im April 1682 ehelich geboren. Mithin findet die Heirat eher am 04.03.1681 in Danzig statt. Philipp Fabricius trägt seine Heirat in das KB seiner Kirche Gischkau ein, stellt fest, dass der Eintrag unter dem Jahr 1683 seltsam aussieht und streicht ihn  wieder aus.


    2 Kinder, davon >5 Jahre: 1
    1) Dorothea Maria, * Gischkau 16.04.1682,
        ∞ Neuteich 14.09.1700 mit Christoph Jacobi, Pastor
        Der Vater Philipp Fabricius ist als Pastor in GrZ angegeben.
        Rhesa (1834), S. 181 (Liessau) und S. 206 (Neuteich):
       
    Christoph Jacobi, 1698 / 99 in Liessau, von 1699 bis 1741 in
        Neuteich
        * Falkenau, Ostpreußen ca. 1675, † Neuteich 23.08.1742
    2) Sohn, * ?, † Gischkau 13.02.1684
        Auch dieser Eintrag ist kreuzweise durchgestrichen; eventuell
        findet das Begräbnis in Danzig, St. Katharinen, statt. Einen
        Taufeintrag gibt es nicht in
    Gischkau.
     

  • David Schmidt
    Prediger von 1709 - 1728, vorher ab 1705 auf Hela
    * Stolpe ca. 1645 , † 23.03.1728
    Johann Moneta, sein Nachfolger im KB: "... ist ... David Schmidt aus seinem mühseligen Leben von Gott abgeführt worden den 23. Mertz ao 1728 und ist am 5. April alhier mit einer Leichenpredigt ... zu Grabe gebracht worden den 6. April ... begraben in der großen Kammer, unter dem größeren Stück in der Mauer ..."

    Offensichtlich krankheitsbedingt ist David Schmidt in seinen letzten Lebensjahren nicht mehr in der Lage, das KB ordnungsgemäß zu führen. Von April 1723 bis 1728 liegt dieses nur in Zettelform vor. Taufen, Heiraten und Begräbnisse sind chronologisch hintereinander gelistet, wobei der Verdacht besteht, dass einige Einträge fehlen.

    25.10.1709: Tod von David Schmidts Stiefsohn Georg Detloff Kotzer, 11 Jahre

    22.11.1716: Heirat von David Schmidts Stieftochter Anna Eleonora Kotzer, Tochter von Gottfried Kotzer ... auf der Insel Hela, mit Johann Gottfried zu (?) Wubenheim (?), Feldprediger bei dem Anspach-Schmattauschen (?) Tragouner [Dragoner] Regiment

    18.11.1718: Tod von David Schmidts Stiefsohn David Georg Kotzer
     

  • Johann Moneta
    * Rosenberg 17.04.1698, † 05.09.1757, Schlagfluß
    Eltern: Johann Moneta, Pfarrer an der Heilig Geist Kirche in Danzig, & Elisabeth Hartmann
    DLG p50 über den Vater Johann Moneta: "Er hatte den 6ten März zweymal gepredigt, und gieng um drey Uhr frisch und gesund zu einem Kranken, allwo er in währender Administration des Abendmahls zur Erden fiel, und verschied."

    Prediger von 1728 - 1757

    Lebenslauf von Johann Moneta lt. "Zwischenmanuscript": Universität Königsberg / Pr. 03.09.1714, Universität Wittenberg, wo er promovierte und sich habilitierte, 27.09.1728 nach Groß Zünder berufen, 12.10. ordiniert, 17.10. eingeführt, empfing 14.08.1732 über 300 Salzburger, die in Groß Zünder rasteten, hielt eine Ansprache, die gedruckt unter dem Titel "Der heilige Gruß, womit die evangelischen Salzburger Emigranten in dem Großzünderschen Gotteshaus empfangen und entlassen sind". Gestorben als Senior des Werderschen Ministeriums. Sein Bild hängt in der Kirche."

    Siehe auch Rhesa (1834), Nr. 13

    ∞ 11.03.1729 in ??? (vermutlich Danzig) mit Adelgunda Concordia Tuchel
    * Danzig 06.02.1706, ~ 05.03.1706, † Danzig 13.11.1791, begraben in der Kirche St. Catharinen (lt. Sterbeeintrag vom 20.11.1791 im KB GrZ gestorben am 06.11.1791)
    Eltern: Fabian Tuchel, Gerichtsverwandter und Alt-Schöppe in der Alten Stadt Danzig, & Adelgunde Renate Regelau

    Sterbeeintrag vom 20.11.1791: "Sie ist 6 Kinder Mutter geworden, und hinterläßt 3 Söhne, 1 Tochter und 1 Großsohn".

    6 Kinder, davon >5 Jahre: 5
    1) Johann Fabian, * 10.03.1730, ~ 16.03.
        Adressbuch Danzig 1761 S. 40: "Mächtiger"
    2) Maria Adelgunde, * 12.06.1731, ~ 18.06, † Danzig 07.05.1754,
        St. Catharina, an Scharlach, Eintrag GrZ "mit offentl. ceremonium
        und einer schönen Blumen Krone über dem Sarge begraben ..."
        Paten sind u.a. : "3) Frau Helena Monetin, mein Zusteyte (?) Frau
        Stiefmutter, geb. van Beckin ... 5) Madmoiselle Regina Biberstein,
        hl. Michael Biberstein vom Schlosse Herrrengrebin jüngste Jfr.
        Tochter"
    3) Christian Jacob, * 10.10.1733, ~ 15.10.
    4) Nathanael Gabriel, * 28.04.1736, ~ 04.05.,
        † 23.07.1736 - "... still begraben laßen, und es also dem lieben
        Gott wiedergegeben."
    5) Friedrich Gottlieb, * 05.12.1738, ~ 11.12.
    6) Renata Elisabeth, * 10.10.1743, ~ 17.10.

    Johann Moneta ergänzt im bis 1732 geführten KB die Auflistung der Pfarrer mit weitergehenden Informationen. Ab 1733 führt er im neuen Kirchenbuch eine Chronik. Diese enthält für 1733 eine Aufstellung der 20 Höfe in GrZ und 17 Höfe in KlZ mit den Namen der Nachbarn, den Hofmarken und der Größe der Höfe. Die Liste wird vom ihm und seinen Nachfolgern auf der gleichen Kirchenbuchseite bis ca. 1810 fortgeschrieben.
     

  • Johann Philipp Zoll
    Prediger von 1757 - 1776, vorher ab 1756 in Letzkau
    führt das KB unter Schriftaspekten auf höchst suboptimale Weise.
    * Danzig 06.03.1718, † 20.11.1776, begraben 26.11.1776
     

  • Jonathan Wilhelm Heller
    Prediger von 1777 - 1784, vorher ab 1772 in Müggenhahl, ab 1784 in Wotzlaff
    * Danzig 26.03.1743, † Wotzlaff 26.04.1806 am Schlagfluß, begraben 02.05.1806
    Rhesa (1834): "... ein Sohn des im Jahre 1791 verstorbenen Seniors des Ministerii und Pastor an der St. Marienkirche in Danzig, Dr. Jonathan Heller."
     

  • Christian Friderich Wernsdorf
    Prediger von 1784 - 1795
    Studium in Leipzig. Schreibt verschiedene Werke.
    * Danzig 26.04.1751, † 27.01.1795, begraben 03.02.1795
    Siehe bei Rhesa (1834) über seine berühmte Familie.

    ∞ - in ??? mit Agathe Sophie Renate Sendel
    * , † Danzig 12.06.1845 (St. Salvator)
    Eltern:

    5 Kinder, davon >5 Jahre: 4
    1) Christian Friderich, * 20.01.1786, † Langfuhr 14.11.1866 (St.
        Salvator) als Kanzleirath
    2) Christian Gottlieb, * 27.05.1787, † 13.04.1788
    3) Johann Christian, * 25.12.1788
    4) Wilhelm August, * 12.06.1790
    5) Charlotte Euphrosine Elisabeth, * 05.12.1792
    5) "Durch unseren Beichtvater ... Samuel Gottlieb
        Weickhmann Pred. in Trutenau ... taufen. Paten
        waren:
    5) 1. Herr D. Gottlieb Wernsdorf, Prof. Juris etc. in
        Wittenberg, mein ältester Bruder, dessen Stelle
        mein anderer Bruder Johann Wilhelm Wernsdorf,
        Mitglied .. W. W. Gerichtes der Rechten Stadt
        Danzig, vertrat ..."

    Preußische Landesaufnahme von 1793, GrZ:

    1. Die Widdem mit 6 Stuben, 1 Feuerstelle
    Christian Werningsdorff, Lutherischer Prediger
    a) Personenstand: 1 Mann, 1 Weib, 3 Söhne, 1 Tochter, 2 Mägde, zusammen 8 Personen
    b) Viehbestand: -
    c) Landbesitz: 4 Hufen Predigerland zum Dienst frei
     

  • Johann Friedrich Oyer
    Prediger vom 05.09.1795 - 1808
    * Danzig 01.09.1762, † 11.09.1808
    Eltern: Johann Heinrich Oyer, * ca. 1733, † Danzig, St. Marien 30.09.1803 (lt. alphabetischem Verzeichnis) & Anna Adelgunde Berendt (Borendt?)
    Studium in Göttingen von 1783 bis 1787

    ∞ Danzig, Aller Gottes Engel 20.09.1796 mit Concordia Beata Haberkant
    * Pröbbernau 03.04.1779
    Eltern: Christian Haberkant, lt. Rhesa (1834) S. 129: * Gilgenburg (?) bei Thorn 03.10.1738, † Letzkau 12.12.1808, Prediger ab 1769 in Klein Katz, ab 1777 in Pröbbernau, ab 1782 in Letzkau, & Christina Eleonora Hartmann

    2 Kinder, davon >5 Jahre: 2
    1) Carl Friedrich, * Danzig 21.01.1803, getauft zu St. Johannis,
    1) Eintrag GrZ, † Danzig, St. Salvator 14.04.1881
    2) Johanne Fridericke Christiane, * 01.10.1804
     

  • August Christian Bette
    Prediger von 1808 - 1815
    * Magdeburg 27.05.1756 oder 1757, † Danzig 17.01.1815
    Universität Halle 1776 bis 1779
    Anschließend ist er als Hauslehrer in Stolzenberg bei Danzig tätig. 1788 wird er dort zweiter Prediger sowie Superintendent der Stolzenberger Diözese.
    Bei der Belagerung Danzigs 1807 durch die Franzosen brennen die Kirche und das Pfarrhaus nieder. August Christian Bette hält in der Folgezeit den Gottesdienst in dem nahegelegenen Tempelburg.
    Am 20.09.1808 wird er als Pfarrer nach Groß Zünder berufen und tritt dort sein Amt am 1. Weihnachtsfeiertag an. Im September 1814 zieht er wegen eines Körperschadens nach Danzig. Bis zu seinem Tode vertreten ihn seine Amtsbrüder im Pfarramt.

    ∞ vor 1793 mit Henriette Amalia Simon

    Vermutlich keine Kinder

    Q. u.a.: Möller, Friedwald: Altpreussisches evangelisches
    Pfarrerbuch, Danziger fam. gesch. Beiträge 1, S. 110
     

  • August Wilhelm Friedrich Unselt
    Pfarrer von 1815 - 1833
    * Danzig, St. Marien 27.09.1778 (lt. alphabetischem Register), † GrZ 14.04.1833, Begräbnis Nr. 9/1833 am 19.04.1833
    Eltern: Samuel Friedrich Unselt, * Danzig 11.02.1742, † Güttland 01.05.1790, Prediger in Güttland, & Charlotte Dorothea Setau, * Danzig (?) 24.05.1749, † GrZ 26.02.1819 als Predigerwitwe

    Ausschnitte aus Zernecke (1899) und (1900) über August Wilhelm Friedrich Unselt sowie den Unselt - Skusa Stammbaum

    ∞ Danzig 02.07.1812 mit Carolina Louisa Antoinette Skusa
    * Danzig 05.06.1793 (St. Barbara), † Ohra - Stadtgebiet 06.03.1866
    Eltern: Abraham Benjamin Skusa, * Danzig 03.08.1760, † Osterwick, 28.12.1847. Lt. Rhesa (1834) wurde er nach dem Studium in Göttingen und Leipzig 1788 Oberlehrer zu St. Barbara, 1795 Prediger in Kobbelgrube, 1803 Kirchen- und Schulinspektor in der Nehrung, 1807 Pfarrer in Osterwick, & Christina Antoinette Wiesenhaver, * Leipzig 15.02.1759, † Osterwick 11.02.1826

    6 Kinder, davon >5 Jahre: 6

    1) Wilhelm, * Danzig 26.04.1813, ~ St. Barbara 07.06.1813,
        † Osterwick 22.12.1870
        Gutsverwalter / Wirtschafter in Osterwick, unverheiratet

    2) Adolf, * 23.04.1818, ~ 26.05., † Guteherberge 26.06.1896
        Lehrer 1846 in Rostau, 1852 in Landau
        siehe Knoop, Johann Andreas: Stammbuch der Schullehrer
        auf der Danziger Höhe, Danzig 1846, S. 37 Schule Rostau:
        "Unselt, Adolf,
        Geb. zu Gr. Zünder am 23. April 1818
        Gebild. im Sem. zu Jenk. von 1833 - 38
        Angest. am 3. Augst. 1839, def. 1846"
        ∞ Wotzlaff 07.12.1852 mit Amalia Jeanetta Noetzel,
        * Landau 04.10.1828, † Guteherberge 13.06.1891
        Eltern: Martin Noetzel, Hfb in Landau, Kirchenvorsteher in
        Wotzlaff (* 1786, † 1841), & Justine Renate Wilhelmine Räse
        (* ca. 1791, † 1859), 1859 Hofbesitzerin - Heirat unklar

    3) Marie, * 09.01.1821, ~ 06.02., † Danzig 26.04.1902
        ∞ Ohra 16.10.1860 mit Johann Ephraim Scharping,
        Holz???pächter / Holzarbeiter in Danzig, * ca. 1822,
        † ca. 1890, Bruder von Carl Jacob Scharping, siehe unter 5)

    4) Helene, * 12.11.1823, ~ 17.12., † Danzig 18.08.1905
        ∞ Danzig, St. Marien 03.12.1850 mit Carl Friedrich Heinrich
        Zernecke, Verwalter diverser Höfe, dann Gutspächter in
        Groß Wogenab, Königlicher Premier-Lieutenant,
        * Danzig 27.06.1822 (nicht in St. Marien getauft),
        † Groß Wogenab 05.09.1877
        Sie sind die Eltern von Walter Friedrich Heinrich Zernecke,
        Autor u.a. von Zernecke (1899), (1900) und (1909).
        Über seine Eltern siehe Zernecke (1900), S. 308 ff

     

    5) Luise, * 25.05.1827, ~ 27.06., † Danzig 09.03.1911
        ∞ Ohra 16.10.1859 mit Carl Jacob Scharping, Holzarbeiter in
        Ohra, * ca. 1827, † ca. 1881, Bruder von Johann Ephraim
        Scharping, siehe unter 3)

        Dass zwei Brüder zwei Schwestern heiraten ist nicht
        ungewöhnlich; dass sich zwei Pfarrertöchter mit zwei
        Holzarbeitern liieren schon.
        Ein Gag: Sie heiraten im Abstand von genau einem Jahr.

    6) August, * 01.12.1830, ~ 13.01.1831, † Riesenburg 18.01.1918
        In der Patenspalte nach der Auflistung von drei Paten aus
        Danzig:
    "Der übeln Wegen und der Kürze des Tages wegen
        vertraten der genannten Personen Stelle:
        1. He. Abraham Benjamin Skusa, Prediger in Osterwick
        2. Jgfr. Johanne Henriette Philippine Unselt sieselbst Tochter
        des Predigers Unselt in Güttland."
        Gutsverwalter / Inspektor, dann Kaufmann in Riesenburg
        ∞ Garnsee 21.10.1878 mit Bertha Krause, * Garnsee
         13.11.1859
     

  • Maximilian Friedrich Braunschweig
    Pfarrer von 1833 - 1876
    * Herrengrebin 08.11.1805, ~ 17.11., † Danzig 08.07.1879 als Pfarrer emeritus
    Eltern: Jacob Friedrich Braunschweig, * 24.08.1771 in Danzig als Sohn des David Jacob Braunschweig, Gewürzmüller. & Christina Eleonora Graeven (?) aus Elbing, die am 21.05.1799 in der Kapelle Herrengrebin heiraten.
    Prediger in Herrengrebin 1799 - 1807, Löblau 1807 - 1809, Müggenhahl 1809 - 1823, vom 16.02.1823 bis zu seinem Tod am 08.05.1838 in Käsemark (Q: Lebenslauf, geschrieben von seinem Sohn Maximilian Friedrich Braunschweig in das KB Käsemark; sowie das KB Wossitz)

    ∞ Königsberg Schloßkirche 02.10.1833, Eintrag KB Käsemark, mit Wilhelmina Friederica Amalia Wasserberg
    * Königsberg 21.12.1809, ~ Altstädtische Kirche 01.01.1810 , † -
    Eltern: Benjamin Wasserberg, 1810 Eigenthümer auf der Mittelhube N. 20, 1833 Gutsbesitzer auf Julchenthal, Königsberg, & Christina Judith Kohlborn

    12 Kinder, davon >5 Jahre: 6

    1) Moritz Friedrich, * 06.10.1834, ~ 02.11., † 24.09.1836

    2) Friedrich Wilhelm, * 16.01.1836, ~ 07.02, † 17.09.1836

    3) Auguste Wilhelmine, * 30.06.1837, ~ 31.07., † Mahlkau
        25.03.1886
    3) ∞ 28.04.1861 mit Carl August Albert Boelcke, Gutsbesitzer zu
    3) Mahlkau, * ca. 1828,  † Danzig 29.01.1885, in Rheinfeld
        begraben

    4) Maximilian Friedrich, * 30.09.1838, ~ 22.10., † 11.11.1846

    5) Otto Hermann, * 27.01.1840, ~ 23.02.

    6) Gustav Moritz, * 03.07.1841, ~ 01.08., † Zoppot 18.09.1880
        Er studiert 1862 Theologie an der Universität Königsberg; wird
        dann Kaufmann in Zoppot
        ∞ ??? mit Anna Lindenberg

    7) Pauline Friedricke Sophia, * 09.09.1842, ~ 16.10.,
        † 20.02.1844

    8) August Hermann, * 17.12.1843, ~ 07.01.1844
        Rittergutsbesitzer in Borreck (???)
        ∞ Rheinfeld 25.02.1867 (Eintrag auch im KB Karthaus)
        mit Elise Anna Elfriede Martha Friederike Reinke, * ca. 1847
        Eltern: Rittergutsbesitzer Albert Reinke auf Klossau & Dorothea
        Grubert, † vor 1867
        Haustrauung durch Pfarrer Maximilian Friedrich
        Braunschweig
        Wie kommt ein Pfarrersohn mit 23 Jahren an ein Rittergut? Oder
        ist er nicht der "Besitzer" sondern der Pächter? Bislang finden
        sich keine weitere Informationen über den Verbleib des
        Ehepaares.

    9) Emil Friedrich, * 20.04.1845, ~ 01.06.

    10) Marie Emilie, * 17.05.1847, ~ 20.06.
    10) ∞ 16.12.1869 mit Hermann August Maximilian Laue,
    10) königlicher Staatsanwalt zu Conitz in Westpreußen

    11) Maximilian Ferdinand, * 08.12.1849, ~ 30.12., † 28.08.1850

    12) Paul Ehregott, * 24.01.1852, ~ 22.02., † 01.08.1852

    Mit explizitem Bezug auf die von Johann Moneta 1733 begonnenen Liste der Höfe in GrZ und KlZ mit den entsprechenden Hofmarken erstellt Maximilian Friedrich Braunschweig 1836 eine neue Liste einschließlich einer Reihe von Anmerkungen bzgl. der Untergänge, Teilungen und Käufe von Höfen, immer versehen mit den Hofmarken. Liste im KB.

29.03.1842 Amtsblatt der Kgl. Regierung zu Danzig, Seite 58

Carl August Stanke, Hfb Hof GrZ 12
Cornelius Eduard Bielfeld, Hfb Hof GrZ 04
Constantia Karoline Dörksen, geb. Bielfeld, Hfb Hof GrZ 08
Johann Jacob Schumacher (II), Hof Hfb KlZ 07

 

  • Friedrich Gustav Adolf Eltze
    Pfarrer von 1877 - 1906
    Gewählt vom Magistrat der Stadt Danzig am 04.01.1877
    Im Heiratseintrag vom 01.02.1876 in Berent wird er als "Prediger in Groß Zünder" bezeichnet.
    * 15.02.1847 zu Weserlingen, Reg. Bezirk Magdeburg, † 20.11.1906 in Berlin, Begräbnis Nr. 3/1907 am 28.01.1907
     in GrZ, "in Tegel im See bei Berlin ertrunken" (Selbstmord)

    Berent 01.02.1876 mit Johanna Valerie Boyen
    * Berent 21.10.1855 (lt. alphabetischem Register Nr. 174), † 23.03.1878
    Eltern: Julius August Heinrich Boyen, königlicher Steuerinspektor in Berent, & Laura von Tessen???sky

    1 Kind, davon >5 Jahre: 1
    1) Margarethe Laura Ernestine, * 26.12.1876

    Berent 08.06.1882 mit Amoene Hunrath
    * ca. 1865, † -
    Eltern: Friedrich Wilhelm Hunrath, königlicher Kreisbauinspektor, † Berent 29.03.1883 & Elise Hirschfeld
    Adressbuch Danzig 1940/41: Eltze, Amöne Wwe Heiligenbrunner Weg Nr. 8. Sie wohnt dort zusammen mit ihrer Tochter Erna Sophie Charlotte Mathilde, Lehrerin.

    6 Kinder, davon >5 Jahre: 5
    1) Gertrud Elise Johanne Valerie, * 07.06.1883, † 16.09.1886
    2) Erna Sophie Charlotte Mathilde, * 20.06.1886
    3) Friedrich Wilhelm, * 15.09.1888
    4) Charlotte Elise Bertha, * 04.11.1889
    5) Werner Gustav Wilhelm, * 28.02.1896
    6) Hanna Amoene Mathilde Toni, * 05.11.1903, keine Taufpaten
        ∞ Danzig 11.10.1932 als Gewerbelehrerin mit Friedrich Walter
        Littwin, Dipl. - Ing. aus Quaschin, Kr. Neustadt

    Aus der Kirchenchronik:
    "Im Laufe des Jahres [1877] fand eine gründliche ??? und Renovierung der Kirche statt. Es war sehr Zeit, daß etwas für die Kirche gethan würde. Die Kirchendecke, die sehr defekt war, wurde ganz neu gemacht, es wurd diese Arbeit dem Zimmermeister Quandt - Schöneberg übertragen, die Maurerarbeit führte Maurermeister Bergenau aus Praust aus, die gußeisernenen Fenster an ihr Ostseite lieferte der Glaser Poendler aus Dirschau; die Bänke, Stühle, Chöre, Decken wurden vom Maler Arndt - Schmerblock neugestrichen, außerdem machte der Hr. Haarschlag - Groß Zünder Reparaturen an den Bänken - die Kosten der Reparatur und Renovierung beliefen sich auf ca. 5000 M. Die Kirche hat sehr gewonnen, und ist wohl eine der schönsten im Danziger Werder. Ein besonderer Schmuck derselben ist der Altar, den der Rentier Joh. Gottlieb Kling, Gr. Zünder, [Johann Gottlieb Kling (II), Hfb Hof GrZ 04] ein sehr ehrenwertes kirchliches Gemeindemitglied, renovieren und vergolden ließ, was 900 M kostete. Die 3 Ölgemälde, darstellend di Pfarrer Elias Zahn, Tobias Colerus und Johann Moneta wurden gleichfalls renoviert. Das Bild meines Vorgängers, des Pfarrers Maximilian Braunschweig (1833 - 1877), das über dem Eingang zur Sakristei hängt, ist ein Geschenk der Gemeinde.
    Der Garten war, als ich das Pfarramt übernahm, sehr verwahrlost. Um den Teich standen hin und wieder Kopfweiden. Ich ließ sie ausroden und pflanzte nigherum dichten Borgunt [?], außerdem Birken und Tannen. Die alten Obstbäume mußten ebenfalls weichen, es wurden von mir im Jahr 1877 über 30 junge Obstbäume gepflanzt, auch Walnußbäume an der Straße."

    Mehr schreibt Friedrich Gustav Adolf Eltze an Chronik nicht. Übergangslos heißt es im gleichen Absatz, geschrieben von seinem Nachf
    olger Johannes Conrad Stadie:

    "Juli 1907. Bis gegen Ende des Jahres 1906 hat Pfarrer und Superintendent Eltze an dieser Gemeinde in Treue gedient. Wie man annimmt, war er nervenleidend. Er ist am 20. November 1906 im Tegeler See bei Berlin ertrunken. Am 28. Januar 1907 wurde er mit kirchlichen Ehren 1907 in Gr. Zünder auf dem für die hiesigen jeweiligen Pfarrern und ihren Familien reservierten Pfarrerbegräbnisge??? neben seiner ersten Gattin, mit der er in kurzer aber überaus glücklicher Ehe gelebt haben soll, bestattet. Die Gnadenzeit der von Pfarrer Eltze zurückgelassenenen Witwe dauerte bis zum 1. Juli 1907."
     

  • Conrad Johannes Stadie
    Studium der Theologie in Halle an der Saale, Dr. ab ???, ordiniert 05.02.1897
    1897 wohnhaft in Klaudau, ab 1899 Pfarrer in Klaudau, ab 1905 in Pröbbernau, Pfarrer in GrZ von 1907 - 1925
    * Neukirch 09.01.1870 (lt. standesamtlichen Heiratseintrag),
    † 05.10.1925, beerdigt 09.10.1925 in GrZ
    Eltern: Bernhard Wilhelm Julius Stadie (Stadié), Dr. der Philosophie, Pfarrer, Lehrer, Heimatforscher Westpreußens, Schriftsteller, Verleger und Kommunalpolitiker, † Weißenfels an der Saale 26.11.1895, & Mathilde Johanna Wahl - mehr siehe Wikipedia

    ∞ Danzig 01.06.1897 mit Catharina Margarethe Selma (Käthe) Nötzel
    * Danzig 14.02.1875, † Danzig 12.03.1927, begraben in GrZ
    Eltern: Eduard Noetzel, Kaufmann in Danzig, † vor 1897, & Selma Raubusch

    7 Kinder, davon >5 Jahre: 5
    1) Ruth Mathilde Selma, * Kladau 10.03.1898,
        † Toronto, Canada, 01.07.1978 (???)
        ∞ 01.06.1922 mit Georg Niehaus, Obersteuersekretär,
        Geestemünde
    2) Joachim Petrus, * Pröbbernau 04.10.1899 , † Pröbbernau
        04.1900
    3) Susanne Margaretha Gertrud, * Pröbbernau 27.10.1900,
        † 10.07.1977 Möllenbeck (Schaumburg)
    4) Bernhard Conrad, * Pröbbernau 03.06.1902, † Stalingrad
        28.01.1943

    5) Edda, * Pröbbernau 06.07.1904, † 01.05.1970 Hannover
        ∞ 01.06.1922, mit Heinrich Barczewski, Assistent der
        Pharmazie, Danzig
    6) Heinz Wolfram Franz Carl Conrad, * Löblau 23.10.1905,
        ~ Löblau 27.10.1905 - Paten: "1 u. 2. die Eltern des Kindes,
        3. Elisabeth Stadie, Thorn, † 12.03.1972 Kiel
    7) Eva, * Danzig 02.06.1908, ~ Danzig 02.06.1908, Eintrag GrZ,
        - Taufzeugen: "Die Mutter der Kinder", † Danzig 03.06.1908,
        Eintrag GrZ & StA Danzig

    Aus der Kirchenchronik:
    Zum 1. Juli 1907 wurde ich, Conrad Johannes Stadie, nach Gr. Zünder als Pfarrer berufen. Am 14. Juli fand meine feierliche Einführung durch Herrn Superintendenten Schultze - Wotzlaff statt ... mehr aus der Kirchenchronik

Emil Otto Dietrich, 1926, über seinen Vorgänger Conrad Johannes Stadie:
Letzte Lebenszeit von Pfarrer Lic. Dr. Stadie
Die Krankeit, von der Bruder Lic. Dr. Stadie in seinen letzten Aufzeichnungen schon selbst geschrieben hat, nahm überhand. Monatelanger Urlaub und Aufenthalt in Bädern und Heilanstalten wechselten mit kurzen ???, die Amtsgeschäfte wieder zu führen, aber es ging nicht. Das Herz wollte nicht. Im Januar 1925 leitete er noch das große Gustav-Adolf-Fest in Gr. Zünder, aber nur unter großer Anstrengung ??? und unter Besorgnis aller, die ihn näher kannten. Auch sein letzter Aufenthalt in Bad Altheide half nicht mehr, er starb hier in Gr. Zünder am 5 October 1925 im Alter von 55 Jahren (geboren 1870) ... mehr in der Kirchenchronik
 

  • Emil Otto Dietrich
    ordiniert 31.07.1900, (Q: Deutsches kirchliches Adressbuch 2. Ausgabe, 1929), Pfarrer von 1926 - 1934, Superintendent,
    vorher Pfarrer in Güttland (Q: Staatshandbuch der Freien Stadt Danzig, Ausgabe 1926)
    * Beisleiden, Kreis Preußisch Eylau, Ostpreußen 25.11.1873
    † 09.05.1934 im Marienkrankenhaus in Danzig, Beerdigung in GrZ am 13.05.1934
    Eltern: Rudolf August Dietrich, Volksschullehrer, & Henriette Schultz, beide verstorben vor 1934, zuletzt wohnhaft in Bartenstein

    Lebenslauf des Emil Otto Dietrich in der Chronik

    Bohnsack 22.04.1903 mit Anna Ottilie Jakobine Käthe Barkowski
    * Preußisch Friedland ca. 1874
    Eltern: Alexander Barkowski, Superintendent in Preußisch Friedland, & Anna Kleist (Alexander Barkowski: Preußisch Friedland von 1354 - 1904. Zur Feier des 550jährigen Bestehens der Stadt Preußisch Friedland, sowie 350jährigen Bestehens der evangelischen Kirchengemeinde, Preußisch Friedland 1904)

    ? Kinder, davon >5 Jahre: mindestens 1
    1) Helena Lotte Elisabeth Christel, * Bohnsack 05.01.1907
        1934 Gewerbelehrerin, ∞ GrZ 15.07.1934 mit Konrad Hermann
        Schmidt, Gewerbelehrer, * Ermsleben, Kr. Maasfeld, Posen
        29.12.1897 (?)

    1927/28 Adressbuch: Groß Zünder: Dietrich, Otto, Pfarrer

    Rechts: Danziger Allgemeine Zeitung vom 12.05.1934

    Aus der Kirchenchronik, geschrieben von Käthe Dietrich, geb. Barkowski, nach dem Tod ihres Ehemannes Emil Otto Dietrich:
    "Fortsetzung der Chronik. Letzte Aufzeichnung am 12.7.1931
    Am 9. Mai 1934 abends 7 ½ Uhr ist im Krankenhaus in Danzig mein lieber Mann, der Superintendent Otto Dietrich, Pfarrer von Gr. Zünder und Letzkau verstorben. ...
    Frau Käthe Dietrich, geb. Barkowski, Gr. Zünder den 18. Sept. 1934


 

  • Heinz Decker
    Pfarrer von 1936 - 1939
    ordiniert 30.05.1935 (Q: Deutsches kirchliches Adressbuch,
    3.
    Ausgabe, 1937)
    * Fürstenwerder 26.04.1909
    † Hamburg 10.12.1999
    Eltern: Hermann Decker, Lehrer aus Pommern, &
    Minna Aline Klein, * Schöneberg a.d.W. 01.02.1884

    Marienwerder 22.03.1944 mit Erika Pestke

    rechts: HOK DZG GrZ 0070

Familienblatt der Familie Hermann Decker in Dottingen, Kr. Münsigen, Baden Württemberg. Q: Stadtarchiv Münsingen

Die Flucht führt die Familie Decker im Jahr 1946 nach Dottingen, Kr. Münsingen. Ehefrau Erika, Volksschullehrerin, singt im bestehenden Kirchenchor Dottingen mit und übernimmt im Jahr 1948 dessen Leitung. Dieser Kirchenchor feiert am 16. Mai 1992 sein 50-jähriges Jubiläum. Anlässlich dieses Ereignisses kommt eine Festschrift heraus, die ein Grußwort des Ehepaares Decker enthält, das mit den Worten 'Ihre alten Pfarrersleute Erika und Heinz Decker' endet. Zwar können die beiden nicht persönlich an den Feierlichkeiten teilnehmen (sie sind zwischenzeitlich nach Züttlingen bei Möckmühl (im Jagsttal) verzogen), sind offenbar aber im Geiste mitten unter der Gemeinde.

In Dottingen trifft Heinz Decker auf den ehemaligen Kirchenvorsteher Wilhelm Bruno Müller vom Hof KlZ 16, der dort einige Jahre verbringt.

Lebenslauf von Pfarrer Heinz Decker lt. Landeskirchlichen Archiv Stuttgart, übermittelt per Mail in 12/2018:

1. Theologisches Examen: Herbst 1932
2. Theologisches Examen: Frühjahr 1935
Ordination: 05.06.1935
Pfarrer in Groß Zünder: 1936 - 1939
Heeresdienst: 1939 - 1945
Pfarrer in Dottingen (Dekanat Münsingen): 1950 - 1954
Pfarrer in Züttlingen (Dekanat Neuenstadt): 1954 - 1965
Pfarrer in Döttingen (Dekanat Künzelsau): 1965 - 1974
Ruhestand: 01.11.1974
verstorben: 10.12.1999 in Hamburg

  • Walter Paul Albert Kurowski
    Pfarrer von 1941 - 1945
    * Weichselmünde 27.08.1905, † Vinnhorst, Lkr. Hannover 17.02.1763
    Eltern: Georg Friedrich Kurowski, Marine-Werkführer in Weichselmünde, & Meta Elisabeth Siedler

    Lt. handschriftlichem Lebenslauf: Realschule und Oberrealschule St. Petri & Pauli in Danzig, juristisches Studium in Halle, Bonn und Königsberg, Abbruch und Studium der Thelogie in Königsberg, März 1937 1. theologisches Examen in Danzig; ein Jahr Lehrvikariat und ein Jahr Predigerseminar in Stettin; 2. Examen; im Oktober 1939 Zuweisung der vakanten Pfarrstelle in GrZ; nach der Wahl durch den Gemeindekirchenrat Einführung im Juni 1941.
    Einberufung durch die Wehrmacht im August 1940, Gefangenschaft am 16.04.1945, Entlassung am 08.10.1945.

    Nicht aus dem handschriftlichem Lebenslauf:
    Ab 1947 Pfarrer in Vinnhorst, Lkr. Hannover.
    Seine Ehefrau und die beiden Töchter befinden sich nach der Flucht ab März 1945 im Internierungslager Skallerup-Klit, Dänemark, aus dem sie im November 1947 entlassen werden.

    ∞ 14.12.1939 in ??? mit Dora Auguste Carolina Sebb
    * Weichselmünde 06.09.1909, † 04.02.2003 in ???
    Eltern: Otto Sebb, Bootsbaumeister in Weichselmünde, & Margarete Totzke

    2 Kinder, davon >5 Jahre: 2
    1) Renate Margarete, * 03.11.1940
    2) Christa Dorothea, * 23.03.1943

HOK DZG GrZ 0338 und 0339


1942 Telefonbuch: Evangelisches Pfarramt Groß Zünder 26

Die letzten Einträge im KB sind von Mitte August 1944.